Nachwuchs im Hunderterpack

Eiablage im Blumenbeet

Eigentlich lauerte ich auf Schnecken, die meinen Tagetes fressen. Dabei soll der doch die Nematoden im Boden bekämpfen.
Da entdeckte ich zwischen den Baumstämmen und der Innenplane meines Hochbeetes neuen Nachwuchs.
Da bin ich ja mal gespannt, was daraus wird.
Mit dem Retroobjektiv die passende Entfernung zum Objekt zu finden ist fast immer ein Heidenzirkus.
Das Objektiv ist 2-3 Zentimeter vom Objekt entfernt und eigentlich bräuchte ich ein Schlangenstativ, Schlangenarme und -beine.
8 Sekunden hat die Aufnahme gedauert, es dämmerte allerdings schon. Die unteren beiden Fotos sind mit dem 100 Millimeter Makro entstanden. Da beträgt der Abstand zum Motiv mindestens 30 Zentimeter. Die Fotos entstanden ca. um 21.30 Uhr.
Am nächsten Morgen, 7 Uhr, war nur ein dunkelbrauner Klumpen zu sehen. Mit blossem Auge war nichts zu erkennen, die Eier waren auch nicht mehr so an das Holz geschmiegt, sondern zu einem Häufchen „Dreck“ verwandelt. Leider hatte ich keine Zeit für Fotos.
Am gleichen Tag, abends um 18.15 Uhr sah es dann so aus:
Das Foto ist gestackt. Nach Registrierungsschwierigkeiten habe ich nun Helicon Focus installiert. Nur durch die Kamera und erst nach mehrmaligem Hinsehen, sah ich, dass sich eine der Röhren bewegte und entdeckte dann auch am rechten Bildrand Viecher mit ganz vielen Beinen. Sie bewegten sich permanent, so dass kein Foto mit der Schärfe im Wunschbereich möglich war:
Mit blossem Auge habe ich gar nichts gesehen und wenn ich nicht am Tag vorher die hellgelben Eier gesehen hätte, dann wäre mir nichts aufgefallen. Was mag das sein? Eventuell genau die Tiere, die ich wenige Zentimeter weiter durch den Tagetes bekämpfen will? Nämlich Nematoden, also Fadenwürmer? Aber wenn ich Nematoden binge (ich google nicht mehr), finde ich nur Abbildungen ohne Beine. Also wird es wohl doch ein anderes Tier sein.
Am nächsten Tag war alles vorbei und noch nicht einmal die leeren Röhren sind noch da.
Also, in ca. 24 Stunden ist die ganze Entwicklung durchgelaufen. Allerdings weiß ich nicht, wie lange die hellgelben Eier dort waren.

Über Pekü

Kleine Biotoperkundung meines Umfeldes
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1 Response to Nachwuchs im Hunderterpack

  1. Adrian B. sagt:

    Schöne Fotos! Bei den kleinen Tierchen handelt es sich vermutlich um „Proteroiulus fuscus“, gehört zu den Doppelfüßern, die wiederum mit den Tausendfüßlern verwandt sind. Die Tierchen sind aber nur zufällig an dem Ort.
    Die „Eier“ sind gar keine Eier, sind nichtmal Tiere. Wären auch sehr klein dafür. Aber was hauptsächlich dafür spricht, sind die langen brauen Fäden. Du hast den Vorgang der Fruchtbildung bei einem Schleimpilz, genauer: „Stemonitis axifera“ beobachtet. (siehe auch http://www.wisconsinmushrooms.com/StemonitisAxifera.html, dort sind schöne Fotos). Dabei handelt es sich um einen Organismus, der aus einer großen Zelle besteht und herumkriecht. Wenn es Zeit wird, trennt er sich in viele Zellen (die „Eier“, die du gesehen hast), welche dann jeweils einen Sporenträger (die braunen Stäbe) bilden. Daher auch der Deutsche Name Fadenkeulchen! Eine wirklich schöne Beobachtung, danke für das Veröffentlichen. Ich konnte bisher nur reife Fruchtkörper sehen.

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